Ihr Lieben, uns Frauen wird ja oft erzählt, wenn wir nur alles richtig machten, dann ginge es uns auch gut. Im Rückkehrschluss: Wenn wir uns an all die Ratschläge NICHT halten, dann sind wir halt selbst schuld, wenn es uns NICHT gutgeht. Wir wollten jetzt mal von einer erfahrenen Gynäkologin wissen, was Nahrungsergänzungsmittel wirklich können. Welche wir im mittleren Alter brauchen und welche wir vergessen können. Dr. Anja Stab von der Gynäkologie und Geburtshilfe Elmshorn war so lieb, sich viel Zeit für unsere Fragen zu nehmen.

Liebe Frau Dr. Stab, Sie sind Gynäkologin. Haben sich die Fragen und Bedürfnisse Ihrer Patientinnen in den letzten 5 Jahren in irgendeiner Weise verändert?
Eine gute Frage zum Start. Ich bin nun seit mehr als 15 Jahren Gynäkologin und die klare Antwort ist: Ja, die Fragen und Bedürfnisse haben sich verändert! Allergings gibt es keine Fragen, die es nicht auch schon früher gegeben hat. Die Themen gehen mit der Zeit, dem Trend und auch der Einfluss von Social Media und der Politik sind dabei deutlich zu spüren.
Die Patientinnen wünschen sich nicht mehr nur einfach eine Vorsorge oder Nachsorge, sondern sie brauchen und wünschen sich oft eine viel weitreichendere Begleitung in verschiedenen Lebenslagen. Sie wünschen sich einen Zuhörer für körperliche, aber auch private Anliegen, haben Sorgen und Ängste um Gesundheit, Schwangerschaft, Menopause, Partnerschaft, Sexualität, Ernährung und Lifestyle und hoffen immer auf eine menschliche, verständnisvolle und fachlich kompetente und zugewandte Lösung zusammen mit Ihrer Gynäkologin. Eine riesige Herausforderung im Praxisalltag!!
Noch immer ist der Frauenkörper zu wenig erforscht, noch immer werden die meisten Medikamente für männliche Körper entwickelt und zu Themen wie der Menopause ist noch viel zu wenig bekannt. Was hat das für Auswirkungen?
Die Menopause ist ein besonderes Thema. Oft wird es tabuisiert und nicht direkt angesprochen. Die Aufklärung über Wechseljahre und die Fragen: Wann fangen sie an? Wie und welche Symptome können sich äußern? Wie lange dauert sie und was kann man dagegen tun? ist unzureichend und daher ein Problem in der Begleitung Betroffener. Nicht umsonst gibt es inzwischen haufenweise Bücher, Ratgeber und Podcasts, in denen man sich Rat holen kann, wenn der Frauenarzt nicht hilft.
Welche Auswirkungen kann das haben?
Ich sehe da zum Beispiel einige Frauen, die falsch und unterdiagnostiziert sind. Viele haben sich falsch oder unzureichend beraten lassen. Bei Anderen sucht man zunächst viel zu lange nach anderen körperlichen Ursachen für ihre Beschwerden, als die Symptome und Probleme mit den Wechseljahren in Verbindung zu bringen. Dadurch leiden viele über Monate und Jahre bis sie dann Hilfe bekommen.
Nun wird uns Frauen von der Industrie ja oft ein Mangel an allem nachgesagt. Neulich postete ich ein Foto mit lauter Nahrungsergänzungsmitteln und unser Postfach quoll über. Alle nehmen irgendwas. Das haben doch unsere Eltern noch nicht so getan. Ist das denn wirklich nötig?

(Zusatz-Anekdote: Eine Leserin schrieb uns: „Ich fühle mich manchmal wie in der Pubertät. Es verändert sich einiges in deinem Körper, den du zu kennen glaubtest und wirst unsicher wie du damit umgehen sollst. Also wirst du empfänglich für all diese Mittelchen und verlierst ein Stück weit dein Bauchgefühl. Schließlich sehen die Werbetreibenden supergut und fit aus, also glaubst, dies zu brauchen…“)
Nahrungsergänzungsmittel (NE) sind ein absolut riesiger und völlig unübersichtlicher Markt geworden und man hört und sieht überall, dass man etwas nehmen soll und dann wird einem suggeriert, es gehe damit alles ganz einfach und schnell besser!
Ich finde es furchtbar, wie die Medien uns da etwas vormachen, nur um Dinge zu verkaufen und Menschen zu beeinflussen, etwas zu tun. Es wird nicht mehr geschaut, wer steht dahinter, welche Menschen haben das entwickelt, wie ist die Qualität der Produkte und noch viel wichtiger: Keiner oder fast keiner der potenziellen Konsumenten weiß wirklich, was er für sich und seinen Körper, in seiner Lebenssituation persönlich selbst braucht!!!
Auch ich halte zwar einige Nahrungsergänzungsmittel für absolut sinnvoll und nehme selbst welche zu mir, aber alles personalisiert, teilweise testbasiert und von nachweislich sehr guter Qualität.
WENN Nahrungsergänzungsmittel, was brauchen Frauen hierzulande wann wirklich? Auf was sollten wir achten?
Es gibt viele gute Gründe Nahrungsergänzungsmittel zu supplementieren: Der Bedarf an Mikronährstoffen zum Beispiel ist in jeder Lebensphase anders, z.B. gibt es in der Schwangerschaft ab dem Ende des 2. Trimenons einen erhöhten Mikronährstoffbedarf von 30 % für die Mutter und das Kind – das muss man mal versuchen zu essen… Es geht hier ja nicht um Kalorien, sondern um Nährstoffe!
Oder: In der Menopause klagen ganz viele Frauen über eine Gewichtszunahme, ohne ihre Essgewohnheiten geändert zu haben. Dies hat physiologische, erklärbare Gründe und man kann/sollte hier dann versuchen, das Essverhalten anzupassen, um nicht zu viel zuzunehmen und seinem Körper die Möglichkeit zu geben, gesund in diese Lebensphase zu starten und es auch zu bleiben. Nur: Gewohnheiten ändert man in der Regel nicht mal eben so und es ist nicht leicht dann, dabei zu bleiben.
Welche Themen spielen da noch mit rein?
Endometriose ist ein riesiges Thema, egal ob in bereits jungen Jahren oder später. Zum Beispiel im Rahmen eines Kinderwunsches kann eine sinnvolle und hochwertige Nahrungsergänzung bei Frau und Mann einen entscheidenden Vorteil bringen und den Erfolg möglich machen.
Die Menschen sind außerdem immer weniger aktiv, sitzen rum, arbeiten von zu Hause im Homeoffice, am PC, machen weniger Sport und essen dafür aber viel zu viel „ultraprocessed Food“ mit vielen „leeren Kalorien“, versteckten Zuckern und vor allem aber zu wenig Nährstoffen!! Hier fehlen die Nährstoffe an allen Ecken und Enden! Es würde noch eine Weile so weiter gehen können, aber das war ja nicht die Frage ????
Haben Sie auch eine spezielle, persönliche Erfahrung mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht?

Als ich mit meinen Kindern schwanger war (ich habe Zwillinge), habe ich angefangen mich intensiver mit Mikronährstoffen, Ernährungsmedizin etc. zu beschäftigen, weil ich selbst körperlich am Ende war und weil ich den Kindern einen guten Start ins Leben geben wollte. Am liebsten wollte ich gleich noch Prävention vor Allergien, Asthma, Neurodermitis (es wird alles soooo viel mehr) für die Kinder betreiben.
Denn sind wir mal ehrlich: Welche Kinder essen gerne und regelmäßig ausgewogen, Fisch, Gemüse, Vitamine etc.? Gerade im Wachstum, in der Entwicklung von Körper und auch Geist (sprich Gehirn) sind so einige Dinge essenziell und essenziell bedeutet nun mal, wir müssen diese Dinge über die Nahrung zu uns nehmen, sonst hat der Körper nichts davon!!! Damit lässt sich also die Frage beantworten, ob ich Nahrungsergänzung sinnvoll finde.
Welche Nahrungsergänzung halten Sie selbst für sinnvoll und empfehlenswert, weil Sie sie vielleicht auch nehmen?
An aller erster Stelle stehen für mich die Omega 3 Fettsäuren. Sie sind Bestandteil unsere Zellwände, egal welcher Zelle; Muskelzelle, Blutzelle, Nervenzelle,… sie alle brauchen diese Fettsäuren um zu funktionieren, Stoffwechsel zu betreiben (Nährstoffe rein, Abfallstoffe raus aus der Zelle), um miteinander zu kommunizieren (Nervenzellen) und noch einiges mehr.
DAS Problem: Omega 3 gibt es in der Nahrung kaum noch, aber es ist jeden Tag so wichtig!! Das kindliche Gehirn braucht es in seiner Entwicklung (> 30% im Hirn sind Docosahexaensäure, kurz: DHA – eine Omega 3 Fettsäure), Erwachsene brauchen es zur Konzentration, zum Sehen (wenn wir am PC arbeiten wird eine Unmenge DHA verbraucht). Mein Lieblingsspruch „Durch Hirn und Augen“.
Wir brauchen es um die stillen Entzündungen im Körper zu bekämpfen, um dann damit Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, zu hohes Cholesterin, Allergien, Rheuma etc. vorzubeugen. Wir brauchen es im Kinderwunsch! DHA sitzt im Sperminenkopf und in der Wand der weiblichen Eizelle und und und.
Diese Nahrungsergänzung empfehle ich jedem, täglich zu nehmen, am besten nach einer vorangegangenen Testung der Werte, um die Menge der Einnahme zu bestimmen und – noch viel wichtiger, um Erfolge messbar zu machen und – da kommen wir wieder auf die Menge an verschiedenen Produkten – um zu schauen, ob unser Produkt etwas taugt und wir unser Geld nicht aus dem Fenster geschmissen haben!
Was empfehlen Sie noch?
Was ich auch immer empfehle, ist die Einnahme von Vitamin D. Wir geben es unseren Babys von Geburt an und hören dann irgendwann damit auf… wieso? Ist dann kein Bedarf mehr? Hat jemals jemand einen Blutwert dazu kontrollieren lassen? 60% meiner Patientinnen haben einen ausgeprägten, teilweise schwersten Vitamin D Mangel, wenn wir ihn kontrollieren! Das muss nicht sein! Und wenn man dann weiß, dass fast jede Körperzelle Vitamin D Rezeptoren hat, sollte es doch logisch sein, dass die Natur sich etwas dabei gedacht hat und wir es also brauchen.
Und erlauben Sie mir einen letzten Satz zu diesem Thema. In meinen Augen gehört zu einer sinnvollen Nahrungsergänzung außerdem ein Prä- oder Probiotikum, um das Mikrobiom des Darms (unserem 2. Immunsystem) zu bilden und zu unterstützen, denn in der heutigen Zeit mit all den Antibiotikagaben, multiresistenten Keimen, Autoimmunerkrankungen und der ballaststoffarmen Ernährung sollte dies nicht vergessen werden.
Das klingt erstmal nachvollziehbar…
Es gibt noch viele andere Dinge, die es sich lohnt zu bedenken und darüber zu reden und diese ggf. zu supplementieren, das würde hier aber absolut zu weit führen. Ich rate allen, den Bedarf zu testen, soweit es möglich ist und dann auf gute Qualität und ausreichende Dosierung zu achten. Am Hochwertigsten sind Dinge, die natürliche Inhaltsstoffe haben, deren Herstellung nicht nach Nahrungsmittelgesetz, sondern mit GMP Zertifizierung nach Arzneimittelstandards hergestellt sind.
Auch zur Perimenopause entsteht ein neuer Markt, wir sollen Kraftsport machen und Ausdauer und Pülverchen zu uns nehmen… wie stehen Sie dazu? Was empfehlen Sie Ihren Patientinnen?
Ich glaube, dass es schon wichtig ist, in der Prämenopause einmal zu sensibilisieren und kurz anzusprechen, was in den nächsten Jahren kommen kann und wird, um dann rechtzeitig unterstützende Maßnahmen zu ergreifen. Viele Frauen kommen sehr spät mit Symptomen und Beschwerden und es ist in der Regel einfacher, diese Dinge zu begleiten und zu beeinflussen, bevor sie entstehen und den Alltag zu sehr beeinflussen.
Was kann da also helfen?

Ich empfehle, grundsätzlich auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Zusätzlich sind genügend Schlaf, Stressreduktion (soweit möglich), ausgewogene proteinreiche und zuckerarme Ernährung, sinnvolle „Pülverchen“ wie z.B. Mönchspfeffer, Yamswurzel, Hopfen, Traubensilberkerze,… und ja, eher Kraft- als nur Ausdauersport durchaus effektive Stellschrauben, um die Wechseljahre zu begleiten und sie weniger „schrecklich“ zu machen.
Wenn dies allerdings ohne Effekt oder nur bei wenig Effekten bleibt, dann ist auf jeden Fall auch eine Hormonersatztherapie angezeigt, wenn möglich bioidentisch und auf die Risiken und Beschwerden der Frau rücksichtnehmend! Ich finde, keine Frau soll und muss körperlich leiden in der Phase der Wechseljahre und danach und dennoch ist es mir bewusst und ich sehe es jeden Tag in der Praxis, dass viele es tun aus den unterschiedlichsten Gründen.
Die Medizin kann nicht alles und auch die ergänzenden Therapien wie Sport, Lifestyle, Ernährung, Psychotherapie etc. sind nicht perfekt, aber alles zusammen und auf die Frauen persönlich so gut es geht abgestimmt und dann auch umgesetzt (der innere Schweinehund … ????) haben eine Menge Potential und können kleine und große Berge versetzen.
Wenn es um die Gabe von Hormonen in den Wechseljahren geht, denkt man ja schon: Nun, der Körper wird sich ja was dabei gedacht haben, uns jetzt in die nächste Lebensphase zu schicken. Oder ist das ein absurder Gedanke?
Das ist kein absurder Gedanke… der Körper und die Natur haben sich etwas dabei gedacht, da bin ich mir sicher. Jedoch sind viele der Beschwerden, die Frauen heute in dieser Lebensphase erleiden, früher nicht so ausgeprägt gewesen, fragen wir mal unsere Mütter und Großmütter – wenn wir das noch können.
Das Leben mit seinen vielen rasend schnellen Entwicklungen, die Technik, die Medien, der Konsum, die Schnelllebigkeit und teilweise grottenschlechte Ernährung sind nur einige Beispiele, die uns davon abbringen, rauszugehen, uns zu bewegen, auf uns zu achten, uns um uns als Frauen zu kümmern und es auch unseren Kindern beizubringen, dies mit sich zu tun.
Was möchten Sie Frauen in der Mitte Ihres Lebens mit auf den Weg geben?
Aus diesem Grund würde ich den Frauen gerne Folgendes mitgeben: Nehmt euch selbst ernst, bleibt euch wichtig, redet über solche Beschwerden mit Menschen, die Euch wichtig sind oder z.B. mit der Ärztin Eures Vertrauens. Bleibt offen und bewusst und geht auch bewusst mit anderen um.
Und natürlich auch: Achtet auf Eure Ernährung und geht raus in die Natur, habt Freude an dem, was Ihr macht und tut!! Es gibt unglaublich viele kleine, aber effektive Stellschrauben, die das Leben leichter und schöner machen und manchmal ist das Drehen daran gar nicht schwer.
Frei nach dem Motto: Lache jeden Tag, Liebe unendlich und lebe den Augenblick … oder: Das Leben ist schön!! Von einfach war nie die Rede ????






















9 comments
In diesem Artikel geht leider vieles durcheinander. Ein Beispiel : es ist immer von fehlenden „Nährstoffen“ bei gleichzeitig zu vielen Kalorien die Rede. Gemeint sind aber vermutlich Ergänzungsstoffe, also Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Nährstoffe sind nunmal nur Fette, Eiweiße und Proteine.
Und erst zu schreibe, vieles wäre Humbug und nicht nötig, nur um dann doch wieder 10 Sachen zu nennen, die aber eben doch nötig seien ist so… naja.
Irgendwie müssen immer neue Säue durchs Dorf getrieben werden. Grad ist es die schlimme und unerforschte Menopause, obwohl es gefühlt grad kein anderes Thema gibt, das so aufgebauscht wird.
Nur am Rande gestreift: Patientinnen wünschen eine „weitreichende Begleitung“. Check-ups gesunder Menschen kosten keine Zeit und Ärzte können Leistungen abrechnen. Gerade wenn gesundheitliche Fragen/Probleme auftreten, wünsche ich mir dafür ein offenes Ohr und v. a. eine gute Beratung. Das kostet Zeit und bringt kein Geld. Wahrscheinlich ist ein Großteil der Patienten inzwischen mündiger, weil Informationen verfügbar sind, nimmt sich daher mehr auf Augenhöhe wahr und ist im Informations-Dschungel gleichzeitig verunsichert.
Gerade beim „Riesenthema Endometriose“ zeigt sich das: ‚Entweder nehmen Sie die Pille oder es geht Ihnen nicht schlecht genug.‘ Hinweise auf NEMs, Ernährungsberatung, hilfreiche Sportarten, Physiotherapie sucht man sich dann eben doch aus Podcasts, Büchern, Social Media.
Gute Ärzte, die das bestmöglich im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen, sind Gold wert.
Danke für das Engagement und diesen informativen Artikel. Vieles, was ich aufgrund meines Alters für mich schon länger überlege, wurde angesprochen. Aus Zeitgründen (und weil ich es nicht priorisiert habe, ehrlicherweise) bin ich es nicht angegangen, wie z.B. eine Testung. Jetzt bin ich neu motiviert. Liebe Grüße
Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel? Ich mache es lieber wie vom DKFZ empfohlen: „Um den eigenen Vitamin D-Spiegel völlig kostenfrei zu verbessern, empfiehlt der Krebsinformationsdienst des DKFZ, sich bei Sonnenschein im Freien aufzuhalten, zwei- bis dreimal pro Woche für etwa zwölf Minuten. Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen sollten für diese Zeitspanne unbedeckt und ohne Sonnenschutz sein.“
Das schafft doch jede und jeder!
Dass so viele Patienten der Autorin unter Vitamin D-Mangel leiden, vermag ich nicht zu glauben.
Liebe Frau Stab, ich bin Biochemikerin und auf mich wirkt dieser Artikel extrem unprofessionell. Die Aussagen sind fachlich so flach, dass es schon richtig albern ist (z.B. das Vermengen der Stoffwechsel-Aussage mit dem Omega 3 Bedarf) und teilweise richtiggehend falsch (Anteil ihrer Patient*innen mit Vitamin D Mangel, es sei denn Sie praktizieren zufällig in einem geschlossenen Höhlensystem). Es gibt die sehr sinnvollen Ernährungsempfehlungen der DGE und darüber hinaus Mängel, die natürlich behandelt werden müssen. Aber auch da haben Sie wieder geschludert, denn eine „Erfolgskontrolle“ ist gar nicht sauber bei jedem der von Ihnen aufgeführten Nährstoffe möglich oder sinnvoll oder auf das Präparat zurückzuführen da z.B. Vitamin D auch im Jahresverlauf schwankt. Den größten Teil ihres empfohlenen Portfolios braucht kein Mensch und für die meisten“Pülverchen“ gibt es schon Studien mit der Kernaussage: nachgewiesenermaßen wirkungslos. Wir sind uns einig: gesunde Ernährung und Bewegung sind essentiell für einen gesunden Körper. Der Rest des Artikels ist gruseliges Halbwissen und eigentlich einer Fachfrau mit Zugang zu wissenschaftlichen Hintergrundmaterial nicht würdig.
Hier die Antwort von Frau Sr. Stab:
Liebe Leserin!
Zunächst danke ich Ihnen für Ihren Kommentar. Ich habe ihn aufmerksam gelesen und würde gerne einige Dinge darauf erwidern.
Lassen Sie mich bitte klarstellen, dass es sich bei diesem Artikel nicht um einen Fachartikel handelt und ich somit keine Studien zitiert habe oder fachlich explizit tiefgründig sein wollte. Mein Ziel war es eine breite Leser*innenschaft fundiert und verständlich zu informieren.
Sollten Sie sich aber zu bestimmten Themen mehr Fachliteratur wünschen, bin ich gerne bereit Ihnen die entsprechenden Studien/ Quellen zur Verfügung zustellen.
Was Ihre Anmerkung zum Stoffwechsel der Zelle bezüglich des Zusammenhangs mit Omega 3 angeht, so möchte ich gerne nur ein paar wenige Anmerkungen ergänzend machen.
Die vielfältigen Aufgaben von Omega-3 Fettsäuren als Bausteine für bestimmte Prozesse im Körper sind lange erforscht und erwiesen. Und es ist sicherlich nicht flach dies kurz zu erwähnen. Omega-3 Fettsäuren sind Bausteine für Zellmembranen und beeinflussen z. B. die Aufnahme von Glukose oder Aminosäuren. Außerdem erledigen sie teilweise die Signalweiterleitung in der Zelle. Viele Hormone (z. B. Insulin, Schilddrüsenhormone) binden an Rezeptoren, die in der Zellmembran sitzen. Eine flexible Zellmembran mit ausreichend Omega-3 Fettsäuren ermöglicht eine effizientere Signalübertragung ins Zellinnere.
Zusätzlich ist Omega-3 zusammen mit Omega-6 verantwortlich für die Entzündungsregulation des Körpers und aus Omega-3 Fettsäuren entstehen entzündungsauflösende Mediatoren. Außerdem sind die Funktion der Mitochondrien und die Genexpression ein Thema, was ebenfalls unter den Begriff „Stoffwechsel“ fallen kann.
Wie Sie richtiger Weise erwähnen, gibt es gerade im Zusammenhang mit dem Vitamin D wichtige stets zu berücksichtigende saisonale/jahreszeitliche Schwankungen. Desweiteren werden die Normwerte des Vitamin D sehr kontrovers diskutiert. Ebenso kann man es unterschiedlich messen, was wiederum Unterschiede in der Interpretation ausmacht. Es bleibt jedoch ein Fakt, dass über die Hälfte meiner Patientinnen, die wir diesbezüglich untersuchen, einen deutlichen Vitamin D Mangel aufweisen. Meines Erachtens ist das den sozio-geographischen Fakten (wichtiger Sonnenschutz im Sommer als Hautkrebsprävention, tiefer Sonnenstand in den Herbst-und Wintermonaten in Mitteleuropa) geschuldet und mit Nichten der von Ihnen scherzhaft ins Spiel gebrachten geschlossenen Höhlenumgebung.
Was die DGE angeht, so ist dies eine Institution, nach der man sich orientieren kann, die jedoch auch an vielen Stellen veraltet ist, viele Leitlinien sind nicht aktuell, die Lerne ebenfalls veraltet und in verschiedenen Bereichen können die Aussagen sehr kritisch betrachtet werden.
Ich denke, wir wissen beide, dass es kaum gute und belastbare (evidenzbasierte) Studien in der Ernährungsmedizin gibt, da das Interesse der Pharmaindustrie daran gering ist, und somit die Lobby und die Finanzierung fehlen, was die Durchführung solcher Studien unter anderem erschwert.
Um in meinem speziellen Fachgebiet zu bleiben ein Beispiel: Die Empfehlungen der DGE für die Ernährung und Supplementierung von DHA in der Schwangerschaft lautet 200 mg/ Tag. Aus meiner alltäglichen klinischen Erfahrung inklusive Blutananlyse etc. ist dies in der heutigen Zeit ungenügend und daher fahrlässig. Vielleicht kennen Sie die EFSA Aussagen dazu oder schauen jetzt einmal hinein, ebenfalls gibt es bereits sehr gute Studien zum Thema Omega 3 und Frühgeburtlichkeit, Asthmaprävention etc.
Wie schon oben angeboten, stelle ich Ihnen gerne Studien oder Informationsmaterial zur Verfügung.
Ich würde mich freuen, wenn wir dann im weiteren Verlauf die von Ihnen gewählte kritische-persönliche Ebene verlassen können um uns auf professioneller Ebene zu begegnen.
Sind Sie der Meinung, dass die Nahrungsergänzungsmittelindustrie strenger reguliert werden sollte, um Qualität und Notwendigkeit sicherzustellen?
Da gibt es aber auch andere Meinungen und Studien dazu. 😉
Ich glaube, ich möchte nichts mehr zu dem Thema lesen. Mich stresst das und Stress soll ich doch vermeiden, oder? 😉
Um was ich mich alles kümmern soll! Himmel! Ich weiß gar nicht wann. Ich bräuchte einen Koch und eine Personal Trainerin, dann könnte es klappen. Da das beides finanziell nicht drin ist, muss ich wohl weitermachen wie bisher. 😉