Ihr Lieben, heute startet in NRW die Schule wieder, das Unikind hat noch ein bisschen Semesterferien, aber für die Zwillinge beginnt morgen die Oberstufe mit neuem Kurssystem und neuen Lehrkräften und sicherlich vielen neuen Leuten, weil sich die Klassen auflösen.
Früher war ich froh, wenn die laaaangen Ferien der Unvereinbarkeit endlich ein Ende hatten, heute ist das nicht mehr so und ich genieße in diesen Wochen soooo sehr, nicht den Wecker auf 6.30 Uhr stellen zu müssen, ich bin einfach keine Frühaufsteherin. Noch nie gewesen.
Urlaub, Fahrschulprüfungen, WG-Zusage
Wir waren jetzt noch einmal eine Woche mit allen drei Kindern plus kurz auch Besuch eines Schwiegerkindes am Meer und haben es – soweit ich das beurteilen konnte – alle sehr genossen. Kurz vor dem Urlaub stand bei Zwilling 2 die theoretische Fahrschulprüfung an (bestanden!).

Im Urlaub selbst paukte Zwilling 1 dann für seine Prüfung und es gab dann auch noch eine weitere lebensverändernde Überraschung, denn plötzlich gab es die Zusage für eine Wohnung in Uni-Nähe und nun wird also unser erstes Kind in wenigen (sehr wenigen!) Wochen ausziehen.
Erstmal: Das alles zusammen zu erleben, war schon mal phänomenal. Und da war auch bei den jüngeren Geschwistern plötzlich so ein: Waaaas? Sie verlässt uns? Lass mal schnell nochmal essen gehen oder zum Strand zusammen, es war so ein: Ui, unsere gemeinsamen Tage sind jetzt irgendwie gezählt. Gemixt mit großem Stolz, dass sie sich all das mit ihren 19 Jahren zutraut.
Es wird eine Zweier-WG werden, wir haben ihr Fahrrad jetzt nochmal fitgemacht, weil in der Stadt alles auch mit dem Drahtesel erreichbar sein wird und ein neues Bett braucht es auch noch, geschmacklich liegen wir da weit auseinander haben wir festgestellt und oh je, braucht es eigentlich auch einen Werkzeugkoffer dann? Wo kauft man Spülmaschinentabs oder Frischhaltefolie?
Solche Themen sind das jetzt. Wir kamen erst nachts um 3 aus dem Urlaub zurück und direkt am nächsten Tag ging´s zur Mietvertragsunterschrift – mit Vereinbarkeitsherausforderungen übrigens, weil sie einen Babysitterjob zugesagt hatte, also ging´s mit Kind auf dem Arm ins neue Zuhause, einfach nur wow.
Das Unikind zieht aus: Wie geht´s Mama?

Ich als Mama hab natürlich bei der Suche mitgefiebert, hab Daumen gedrückt und daran zurückgedacht, wie aufregend ich das selbst alles fand, als ich mit 18 nach Köln und mit 19 schließlich nach Berlin zog zum Studium. Aber die Suche bei unserer Tochter war noch locker, es gab keinen Zeitdruckt, es war eher ein „Wir schauen mal so rum“. Und dann bäääm. Zusage trotz etlicher BewerberInnen, was für ein Glück.
Trotzdem schossen mir natürlich erstmal kurz die Tränchen ins Auge, als ich im Auto zu einem Ausflug saß und sie schrieb „WIR HABEN DIE WOHNUNG“. Denn wow, so lang sich die Kleinkindjahre zogen, so holterdipolter fühlen sich diese Jugendjahre jetzt an. Und sie ist doch auch einfach so toll, dass wir sie einfach auch sooo gern um uns haben.. Eine Großentscheidung jagt die nächste und alles ist dauernd im Wandel.
Natürlich hat uns die Große schon an ihre Abwesenheit gewöhnt, war durch Uni, Arbeit, Freund eh nicht mehr so viel zu Hause, aber Ausziehen ist schon nochmal ein anderes Gefühl, denn wir werden vermutlich nie mehr im Leben einen Haushalt teilen.
Im Urlaub vielleicht, aber nicht in den eigenen vier Wänden und das macht so wahnsinnig stolz, aber eben auch melancholisch, da geht jetzt eine neue Lebensphase los, irgendwann bleiben wir hier zu zweit zurück und das ist schon echt eine absolut komische Vorstellung, grad, weil hier immer so viele Kinder im gleichen Alter anwesend waren, die unser Leben bestimmten und die Bude belebte. Wie so ein Tsunami, der durch unser Leben fegte und dann einen ruhigen See zurücklassen wird????
Und die Jüngsten gehen ja vermutlich gleichzeitig, da geht´s dann also direkt von Zwei auf Null, aber daran wollen wir mal noch gar nicht denken, jetzt gewöhnen wir uns erstmal an diesen ersten großen Selbständigkeitsschritt der Ältesten und schauen dann weiter. Natürlich wird sie weiter zu Besuch kommen, aber das ist einfach was Anderes.

Zwilling Zwei rockt derweil die praktischen Fahrstunden und durfte diese Woche bereits auf die Autobahn und Zwilling Eins hat einfach Anfang der Woche auch noch den Führerschein bestanden. Ich sage nicht „Haltet die Zeit an“, einfach, weil das alles grad so crazy gigantisch ist!
Weil wir so tolle Gespräche auf Augenhöhe führen können und das ist neben dem Schönen, das all das mitbringt, ja auch das Gemeine: Jetzt haben wir sie so groß, dass sie alles selber können und es wird so richtig angenehm – und schon sind sie durch die Tür ????
Von dem Spruch „Wir haben nur 18 Sommer mit ihnen“ halte ich aber ebensowenig… denn auch ich war nach meinen Auszügen noch immer regelmäßig mit meiner Familie auf Reisen, auch ich bin später zurück auf den Großfamilienhof gezogen und wer weiß:
Wenn irgendwann die Enkelchen kommen, vielleicht zieht es das ein oder andere von unseren Kindern auch zurück auf den Hof. Und wenn nicht, besuchen wir sie halt in ihren Zuhauses in der großen weiten Welt und freuen uns, dass es sie gibt, sie und uns als Familie, die sich grad so rasant entwickelt, dass kein Tag mehr langweilig ist.
(Kann jemand das Mamaherz trotzdem mal ganz kurz in den Arm nehmen, waaaah?!)




















4 comments
Ich fühle sehr mit dir !
Das Mamaherz sei fest gedrückt!
Oha, was mögen meine Eltern damals gedacht und gefühlt haben? Sie haben nie darüber gesprochen, sondern waren in meiner Gegenwart stets ausgeglichen wie immer. Ich bin zum Studieren nach dem Abi direkt ins Ausland gezogen und habe nie eine deutsche Uni von innen gesehen. Erst England, dann West-Frankreich. Selbst in den Semesterferien bin ich nicht immer nach Deutschland gefahren, so dass wir einander manchmal fast ein Jahr lang nicht gesehen haben.
Hat mir nie was ausgemacht. Im Gegenteil; ich habe nicht mal groß darüber nachgedacht. Wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass meine Eltern ihre Aufgabe sehr gründlich erledigt haben: „Gute Eltern machen sich selbst überflüssig.“ Scheint auch euch gelungen zu sein. Glückwunsch! 😀
❤️für dich