Ihr Lieben, manchmal planen wir im Leben Dinge und denken rückblickend, wir hätten doch auch anders entscheiden können. Hätte unsere Leserin gewusst, wie sehr sie die Mutterschaft erfüllt, wäre sie keine späte Mutter, sondern eine junge geworden. Doch da steckten viele Glaubenssätze ihrer Eltern in ihr und nun fragt sie sich, ob sie sich noch ein drittes Kind zutrauen kann. Hier erzählt sie von ihren Gedanken:
Meine Tochter bekam ich mit 34. Sie ist jetzt gerade fünf Jahre alt geworden. Damals habe ich mich eigentlich nicht als späte Mutter gefühlt. Tatsächlich tue ich das sogar heute nicht. Ja, ich würde sogar sagen, dass ich mich jünger fühle als ich tatsächlich bin. Zumindest mental, körperlich weniger.
Vor ca. zwei Wochen bin ich 39 Jahre alt geworden. Meinen Sohn bekam ich mit 37 Jahren. Er wird im September 2. Erst einmal klingt das ja gar nicht so verkehrt und ich sehe durchaus die Vorteile einer späten Mutterschaft.
In der ein oder anderen Phase der Kinder habe ich mich gefragt, wie man das als junge Mutter durchstehen kann. Ich glaube schon, dass ein fester Stand im Leben die Elternschaft erleichtert, zumal man sich keine finanziellen Sorgen machen muss.
Späte Mutter: Ein zwiespältiges Gefühl

Gleichzeitig fühle ich mich oft müde und erschöpft und frage mich, ob es nicht einfacher wäre, wenn man jünger wäre und mehr Energie hätte. Es ist ein zwiespältiges Gefühl. Mit meinen 39 Jahren wäre ja eigentlich alles gut mit einer Tochter und einem Sohn, aber ich denke ständig über ein drittes Kind nach. Leider kann ich es mir aktuell gar nicht vorstellen.
Meine Ressourcen sind am Limit, da meine Tochter sehr viel Zuwendung braucht, auch wenn sie die Ältere ist. Sie geht nicht gerne in den Kindergarten, was den Alltag noch erschwert. Zudem habe ich Bluthochdruck seit der Geburt meines Sohnes.
Aber in ein paar Jahren, wenn meine Tochter älter ist und mein Sohn aus der Kleinkindphase gewachsen, wird da sicher immer noch ein Kinderwunsch sein und dann fände ich ein drittes Kind perfekt. Leider ist es dann biologisch vermutlich schwierig.
Darüber mache ich mir aktuell ständig Gedanken. Was, wenn ich mir dann noch ein Kind wünsche und es zu spät ist? Mit dem Wissen von heute würde ich mich tatsächlich dazu entscheiden, etwas früher Mutter zu werden.
Leider muss ich sagen, dass meine Eltern mir wirklich eingetrichtert haben, unbedingt das Studium abzuschließen und dann erst Kinder zu bekommen. Nein, eigentlich haben sie es nicht eingetrichtert, es war eher eine unausgesprochene klare Sache, dass man sowas vorher nicht macht.
Ich hätte mir gewünscht, dass mir die Vor- und auch Nachteile genannt werden, früh bzw. spät Mutter zu werden. Natürlich war ich zu dem Zeitpunkt schon erwachsen und hätte selber entscheiden können, aber ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass die Meinung meiner Eltern nicht meine sein muss.
Außerdem: Was hinter einer Schwangerschaft oft steckt, wusste ich zu dem Zeitpunkt auch nicht. Dass es z.B. durchaus möglich ist, dass es länger dauert, schwanger zu werden oder dass man vielleicht eine Fehlgeburt erleidet.
Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester gemacht und im Anschluss Sonderpädagogik studiert. Nun bin ich Lehrerin. Ich bin meinen Eltern auch dankbar, dass sie mir diesen Weg ermöglicht haben, aber meine Familie steht für mich an absolut erster Stelle.
Ich mag es sehr, Mama zu sein und es ist mir unglaublich wichtig, dass wir als Familie viel Zeit zusammen verbringen. Aktuell bin ich noch in Elternzeit und genieße das auch. Wäre ich früher Mama geworden, hätte ich sicher noch ein drittes Kind bekommen. Nun sehe ich es aktuell nicht.
Vielleicht klappt es noch in drei Jahren, wenn es dann medizinisch mit Bluthochdruck nicht zu riskant ist. Ich hätte mir gewünscht diese Dinge vorher zu reflektieren und zu wissen. Besser aufgeklärt zu sein, aber nun ist es wie es ist. Kennen andere solche Gedanken auch?






















15 comments
Mir geht es ganz genauso. Habe mit 32 und 35 meine Kinder bekommen. Davor habe ich eine Ausbildung gemacht und Studiert, bin ins Ausland gezogen…..und habe mich lange nicht bereit gefühlt und mein Partner hängt sehr an seiner Komfortzone. Dann war ich schwanger und habe beide Male lange gebraucht mich darauf einzustellen. Und nun….bin ich 38 und hätte so Lust auf ein Drittes…. lange warten und noch überlegen ist nicht so richtig drin. Wäre ich 3 Jahre jünger wäre das Dritte wahrscheinlich schon längst unterwegs. Aber Hätte Hätte Fahrradkette…. naja und hinterher ist man immer schlauer.
Oh man, ja dann sind es eben zwei, was für ein tragisches Schicksal…Bei 9 Milliarden Menschen muss vielleicht auch nicht jeder drei Kinder bekommen. Es gibt auch noch andere Lebewesen auf dem Planeten, die Platz und Ressourcen benötigen, als der Mensch. Sie es als Dienst an der Umwelt.
Eigentlich kann dir niemand so richtig weiterhelfen, weil die Entscheidung letztlich von deinen eigenen Wünschen und Sehnsüchten abhängt. Ich habe Mütter im Bekanntenkreis, die mit Anfang/Mitte 40 noch das zweite, dritte, vierte oder fünfte Kind bekommen haben. Andere waren mit Mitte 30 mit der Kinderplanung durch. Fakt ist jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden ab Mitte 30 bereits absinkt, und auch die Wahrscheinlichkeit von z.B. Trisomien mit steigendem Alter zunimmt. Und die eigene Belastbarkeit ist auch sehr unterschiedlich. Ich würde da versuchen gut abzuwägen, was ich bereit bin zu geben und ggf. auch anzunehmen.
Ja, solche Gedanken kommen mir auch bekannt vor. Ich habe auch beide Kinder mit Mitte/Ende 30 bekommen. Grundsätzlich hätten mein Mann und ich uns auch ein drittes Kind vorstellen können, allerdings ist für uns aus verschiedenen Gründen klar, dass das nicht passieren wird. Die Sehnsucht ist jedoch manchmal da und auch der Gedanke, dass wir wahrscheinlich noch ein drittes Kind bekommen hätten, wenn wir jünger wären. Einfach weil da noch mehr Zeit wäre, diese Entscheidung in Ruhe zu treffen und der Abstand zwischen den Kindern auch größer hätte sein können. Nun mit Ende 30 haben wir eben nicht mehr die Möglichkeit, nochmal 5 Jahre vergehen zu lassen. Dennoch hadere ich nicht mit der Situation. Wir hatten beide unser Studium und unsere Weiterbildungen. Ich hatte zudem mit Ende 20 noch die Trennung von meinem damaligen Partner. Und als ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt habe, wollten wir uns auch Zeit geben, unsere Beziehung zu festigen, bevor wir in die Familienplanung starten. Es hat eben vorher beruflich und beziehungstechnisch (noch) nicht gepasst. Beide Schwangerschaften haben dann etwa ein Jahr auf sich warten lassen… Und wenn wir doch jünger gewesen wären, hätten wir wirklich nochmal „von vorne anfangen“ wollen, wenn die älteren Kinder schon „aus dem gröbsten raus“ sind? Wenn wir darüber sprechen wird oft klar, dass alles irgendwie seine Vor- und Nachteile hat. Aber manchmal ist eben auch alles gleichzeitig da: die Dankbarkeit für unsere beiden Kinder, die Sehnsucht nach einem dritten Kind und die was-wäre-wenn-Frage, die Klarheit, dass wir kein weiteres Kind bekommen und die Vorfreude auf die Freiheiten, die auch für uns als Paar wieder kommen, wenn unsere aktuell kleinen Kinder größer werden und uns nicht mehr so intensiv brauchen…
Ich frage mich immer, warum viele spät Kinder bekommen.
Es ist bekannt und wissenschaftlich belegt, dass Komplikationen, Gendefekte, Fehlgeburten, etc mit höherem Alter deutlich zunehmen. Die Frage ist eben auch, ob es mit 40 noch so einfach klappt mit dem schwanger werden. Dieser „Gefahr“ setzt man sich ja aus, wenn man ganz bewusst den Kinderwunsch aufschiebt, weil es später „besser passt“. Der Mensch denkt mal wieder, dass er besser als die Natur ist.
Außerdem steckt man mit 45 anstrengende Nächte nicht mehr so weg wie mit 25. Was nutzt einem viel Geld, weil man im Job schon gut dasteht, wenn man dafür ständig fertig ist und das Geld auch für Kinderbetreuung und Urlaub braucht, damit man selbst mal Kraft schöpfen kann?
Für mich wäre es nichts, wenn meine Kinder erst mit der Ausbildung fertig sind, wenn ich in Rente gehe. Ein paar „kinderfreie“ Jahre vor der Rente fände ich schon super – man hat das Geld und die Zeit sich etwas zu leisten und den neuen Lebensabschnitt zu genießen.
@die andere S… Du weißt schon, dass dein Kommentar ziemlich anmaßend klingt oder war das beabsichtigt?!! Ich denke, es ist vollkommen okay, nicht perfekt zufrieden mit den Lebensumständen zu sein – EGAL wann man Kinder bekommt!!!!! Ich finde es auch schwer, alle Befriedigung aus den Kindern ziehen zu wollen. Auch wenn ich es damals sehr genossen habe, meine Kindern beim Aufwachsen begleiten zu können, war es mir auch immer wichtig, darüber hinaus meinen Hobbys nachzugehen und meine Freundschaften zu pflegen. Wir Mütter vergessen ja leider auch gerne mal, dass wir auch Frauen und überhaupt Individuen sind mit eigenen Bedürfnissen!
@Katja: ich denke, du hast meinen Beitrag nicht so verstanden, wie ich ihn gemeint habe. Aber ein gewisser Grad an unabhängigem Denken und Reife gehört für mich, egal wann, dazu, wenn man bewusst und geplant Verantwortung für ein Kind übernimmt. Bei dem einen früher, beim anderen später, das ist doch total ok.
Ich bin relativ früh Mutter geworden: das erste Kind mit 26, das zweite mit 30 und das dritte mit 35. Fand das auch gut so und hatte solche Glaubenssätze nicht, ganz im Gegenteil, meine Eltern hatten ihre Kinder zu DDR-Zeiten noch viel früher bekommen, so wie das da normal war. Mir ging es eher so (bin jetzt 47 und mein Ältester ist 21) dass ich damit klarkommen musste, dass viele meiner Freunde später Kinder bekommen haben und noch so mitten im Leben mit Kleinkindern stecken, während meine schon so groß sind. Um die 40 rum hatte ich dann auch nochmal so eine Baby-Sehnsucht, hab mich aber gegen ein 4. Kind entschieden, mehr aus rationalen denn aus emotionalen Gründen.
Allgemein denke ich auch, dass man diese Belastung, die Kleinkinder bedeuten, in jungen Jahren besser wegsteckt. Und dass es für Kinder auch schöner ist, nicht so alte Eltern zu haben.
Ich finde es sehr spannend, das Ganze mal aus der anderen Perspektive zu hören. Vor knapp zwei Jahren mit damals 27 bin ich zum dritten Mal Mutter geworden. Körperlich haben mich die Schwangerschaften nicht wirklich mitgenommen. Auch nach den Geburten war ich jedes Mal sehr schnell wieder fit. Seit Jahren schlafe ich kaum, aber zum Glück komme ich damit bis jetzt gut über den Tag. Manchmal ertappe ich mich aber dabei, dass ich etwas neidisch auf die älteren Eltern bin. Besonders bei meinen großen Kindern habe ich mich in den Elternabende lange Zeit (ehrlich gesagt bis heute) irgendwie deplatziert gefühlt. In unserem Viertel gibt es auch einfach fast keine jungen Eltern. Auf mich wirkt es immer so, als ob ältere Eltern im Job schon so viel mehr erreicht haben und auch in allen anderen Lebensbereichen schon so viel weiter sind als ich. Sie haben sich bereits ein Leben aufgebaut, das sich für sie und für ihre Kinder vermutlich bis zum Auszug nicht mehr groß verändern wird. Ich dagegen fange gerade erst (zaghaft) damit an, beruflich durchzustarten. Daneben mache ich noch meinen Master in Teilzeit. Weil ich mir sehr viel Zeit für meine Kinder nehmen möchte, komme ich immer nur nachts dazu, mich um liegen gebliebene Aufgaben und um den Haushalt zu kümmern. Wäre ich älter, gäbe es sicherlich keine so extreme Mehrfachbelastung. Ich könnte Probleme besser mit Geld und nicht nur mit Zeit lösen. Andererseits genieße ich es auch sehr die Energie zu haben, um mit meinen Kindern zu toben und einfach jede Menge verrückte und anstrengende Sachen auszuprobieren. Ich finde außerdem den Gedanken schön, wie jung ich noch sein werde, wenn dann alle drei selbstständig sind und über einen längeren Zeitraum alleine klarkommen. Gleichzeitig gibt es da aber auch die vielen Dinge, die ich nicht gemacht habe, weil ich so jung Mutter geworden bin. Das ist für mich auf jeden Fall ein Thema, über das ich oft und intensiv nachdenke.
Ich glaube auch, dass das ein bisschen Typsache ist….
Hättest du deine Kinder 5-10 Jahre früher bekommen, würdest du vielleicht darüber lamentieren, dass du noch gar nicht richtig gelebt hast, bevor du Kinder bekommen hast?
Auch wie viele verrückte Sachen man macht oder unternimmt ist gar nicht so sehr alters-als mehr Persönlichkeitsabhängig.
@ Christine: ich kann deine sozialen Erfahrungen nur bestätigen. Ich habe mein Kind zwar mit Anfang 30 bekommen, statistisch gesehen also im üblichen Durchschnittsalter, gehörte aber im Geburtsvorbereitungskurs und jetzt auch in der Grundschule zu den wenigen „jüngeren“ Eltern. Hier in der Stadt (in meinem direkten Umfeld) werden die meisten Kinder zwischen Mitte 30 und Anfang 40 geboren! Ich habe mich nicht fehl am Platz gefühlt, aber es ist schon so, dass einige Themen, die mich sehr beschäftigt haben, für andere Mütter/ Eltern schon „abgearbeitet“ waren. Manchmal hätte ich mir mehr Ähnlichkeit/ Gemeinsamkeiten mit den anderen Eltern gewünscht.
Wenn man all diese Dinge noch nicht reflektieren konnte, noch in Gänze von der Meinung der Eltern abhängig war und sich auch nicht selbst zu Wissen und Aufklärung verhelfen konnte, dann war man vielleicht tatsächlich auch noch zu unreif für die Mutterschaft?
Die Perspektive eines zweiten Elternteils fehlt völlig? Oder ist die irrelevant?
Hm, interessant, dass meine Lebenssituation so negativ auf Sie wirkt. Wir sind sehr glücklich als Familie. Ich wollte nur die Komplexität im Kontrast darstellen. Reflexion ist für mich auch kein Vorgang, der abgeschlossen werden kann. Wann haben Sie sich denn für die Mutterschaft entschieden? War es vielleicht ein langer und schwerer Prozess? Wenn man jahrelang abwägt und plant, erlebt man es anders als wenn man unbeschwert und früh startet. Vielleicht sind wir uns darin einig 🙂
Hallo Christine, tatsächlich habe ich das gar nicht so negativ gemeint, und es tut mir leid, wenn das so rübergekommen ist. Ich wollte eher ausdrücken, dass für Sie ein späterer Zeitpunkt im Leben, unabhängiger im Sein und Denken, gut war. Selbstbestimmter. Ich selbst habe sehr früh eigene Verantwortung übernehmen müssen, sehr (selbst-) reflektiert, was viel an Unbesorgtheit und Gelassenheit, Vertrauen, genommen hat. Fluch und Segen.
Ich kann dir sagen, du wirst auch nach einem evtl dritten Kind sagen „da fehlt noch was. Da könnte noch nummer 4 dazukommen.“ es hört einfach nicht auf, weil du so viel Liebe und Platz im Herzen hast. Ich habe drei Kinder und wäre die Partnerschaft stabil, wäre ein viertes willkommen. Da ich aber komplett alleine dastehe, zudem mit Pupertier und 3 jährigen Zwillingen komme ich jeden Tag an meine Grenzen. Schade, aber irgendwann habe ich sicher Enkelchen